Wahlkreisfahrten

Mehrfach im Jahr sind Bürgerinnen und Bürger aus dem Wahlkreis herzlich zu einem Besuch in der Bundeshauptstadt eingeladen. Die Fahrten sind einschließlich Reise, Übernachtung und Verpflegung für die Teilnehmer kostenlos, ebenso der Eintritt in Museen oder zu Ausstellungen.   Auf dem Programm stehen neben politische Diskussionen, der Besuch einer Plenarsitzung sowie ein Vortrag über die Aufgaben und die Arbeit des Parlament. Aber auch touristische Highlights sind Bestandteil der mehrtägigen Fahrten:  

  • Stadtrundfahrten mit dem Bus
  • Schiffsrundfahrten auf der Spree
  • Besichtigungen in der Gedächtniskirche, Führungen wie z. B. in der Gedenkstätte „Berlin-Hohenschönhausen“ oder Ausstellungen im Pergamon-Museum oder der Nationalgalerie.

  Da corona-bedingt die Wahlkreisfahrten in diesem Jahr leider ausfallen, sind Sie herzlich eingeladen zu einem virtuellen Besuch in meinem Büro und einem Rundgang durch die Stadt: ………….

BERLIN, BERLIN, wir fahren nach Berlin….

… aber nur virtuell…

Das Jahr 2020 war geprägt von Einschränkungen und Verboten, wir mussten auf vieles verzichten – und unsere informativen und kurzweiligen Wahlkreisfahrten mussten abgesagt werden. Aber – um es mit Radio Eriwan zu sagen: „Im Prinzip, ja, sie mussten abgesagt werden, aaaber sie finden dennoch statt, wenngleich „nur“ virtuell und nicht in Gesellschaft einer gutgelaunten, interessierten Gruppe. 

Den virtuellen Rundgang, zu dem Sie der Kreisverband Schwalm-Eder und sein Wahlkreisabgeordneter Albrecht Glaser herzlich einladen, können Sie in bewegten Bildern unter youtube… jederzeit starten. Von der Terrasse auf dem Dach des Reichstags aus, dem Zentrum der Politik unseres Landes, laufen Sie durch die Stadt, schippern auf der Spree und umfliegen einen der „lost places“ der Stadt – neugierig? Dann werfen wir Sie schon hier einen Blick auf die Stadt, die uns hoffentlich im Sommer wieder leibhaftig zu Gast haben wird:

Was sonst im wirklichen Leben nur kleinen Gruppen oder in Ausnahmefällen möglich gemacht werden kann, ist ein Abstecher zu den Büroräumen der Hessen-MdBs im Jakob-Kaiser-Haus, mit einem herrlichen Blick nach Westen auf den Tiergarten und die Straße des 17. Juni. Hier werden Reden vorbereitet, es entstehen Grundsatzpapiere und mit tatkräftiger Unterstützung qualifizierter Mitarbeiter werden tausende von Seiten an Anträgen und Anfragen strukturiert die – naja manchmal – erst kurz vor Sitzungsbeginn von der Bundestagsverwaltung zur Verfügung gestellt werden.

Großformatig in Öl mit großartiger Aussagekraft, muss nicht weiter kommentiert werden: „TROJA“ von Georg Buhl, Kunstmaler aus Nordhessen. Google-Empfehlung…

Victoria auf der Spitze der Siegessäule, nach einem Entwurf von Friedrich Drake gestaltet mit den Zügen von Königin Victoria von Großbritannien, später Gemahlin von Friedrich III, Königin von Preußen und Deutsche Kaiserin.

Sie trägt Schuhgröße 92 und verdankt ihren Spitznamen „Goldelse“ der Schriftstellering Friederike Eugenie John, die unter dem Pseudonym „E. Marlitt“ in den 1860er Jahren den Erfolgsroman „Goldelse“ veröffentlichte. E. Marlitt war eine – heute würde man sagen Bestsellerautorin – ihrer Zeit, fast alle ihre Werke erschienen als Fortsetzungsprosa in der „Gartenlaube“ der ersten deutschen Zeitschrift mit einer Auflage von über 100.000 Stück.

Berlin und seine „lost places“. Das ehemalige Spaß- und Freitzeitbad „Blub“, dessen Wiederbelebung für dieses Jahr im Fokus steht, die alte Bärenquell-Brauerei, an deren Stelle eine Privat-Universität entstehen soll und die ehemalige Abhörstation am „Teufelsberg“, die einen Abstecher auf unserer Tour wert ist: ein 120 m hoher Schutthaufen aus Trümmerresten des Zweiten Weltkriegs im Grunewald, ab 1967 Lauschorgan von Amerikanern und Briten, bis 1999 zur zivilen Luftüberwachung genutzt. Seit 2010 ist der Teufelsberg mit der durch Vandalismus zerstörten Radarstation erlebbare Geschichte, lost place und Treff für Street-Art-Künstler aus der ganzen Welt.

Die Quadriga auf dem Brandenburger Tor, bis zum 2. Weltkrieg Symbol für das Ende der napoleonischen Herrschaft, bis zur Öffnung des Eisernen Vorhangs an der Grenze zwischen Ost- und Westberlin und seit 1990 das Symbol für die Überwindung der Teilung Deutschlands.

Ursprüngliche Wagenlenkerin nach dem Entwurf des Bildhauers Johann Gottfried Schadow war die Friedensgöttin Eirene, die nach dem 7jährigen Krieg 1763 den Frieden in die Stadt zurückbringen sollte. 1806, nach der berühmten Schlacht von Jena und Auerstedt wurde sie von Napoleon geraubt und nach Frankreich entführt, 1814 – nach der Niederlage Napoleons in der Völkerschlacht zu Leipzig – wurde sie im „Palais des Tuileries“ in Paris gefunden und in einer buchstäblichen „Retourkutsche“ nach Berlin zurückgebracht. Eirene erhielt nach ihrer Restaurierung die Gesichtszüge von Victoria, der Siegesgöttin, anstelle eines einfachen Lorbeerkranzes sollte sie von nun an einen Eichenkranz mit preußischem Adler und Eisernem Kreuz halten.

Mystisch blau leuchtet die Gedächtniskirche, ein Licht, das nicht einem strahlenden Sonnenschein zu verdanken ist, sondern einer Vielzahl von LEDs, die in einem etwa 2m breiten „Geheimgang“ die beiden Wände mit ihren ca. 23.000 unterschiedlichen Glasfenstern anstrahlen.

Der Erhalt der Turmruine ist übrigens einem Aufstand der Berliner Bevölkerung zu verdanken, die den Abrissgedanken im Entwurf des Architekten Eiermann im Jahr 1957 empört abgelehnt hat. Ihr „Hohler Zahn“ sollte als Mahnmal und Wahrzeichen erhalten bleiben und nicht – nach der Vorstellung des SPD-geführten Senats – dem Erdboden gleichgemacht werden als – so Eiermann – „baukünstlerische Belanglosigkeit“.

322 Tage Blockade durch die Sowjetunion von Juni 1948 bis Mai 1949, der erste Höhepunkt im Kalten Krieg mit Auswirkungen, die die 2,2 Millionen Berliner schnell zu spüren begannen.

Ganz Berlin sollte unter die Kontrolle der Sowjetunion gebracht, die westlichen Siegermächte USA, England und Frankreich dazu gezwungen werden, auf die Gründung eines demokratischen Staates in ihren Besatzungszonen zu verzichten. Als Reaktion auf diese Blockade veranlassten die Amerikaner eine Luftbrücke, über die alle lebenswichtigen Güter, vor allem Lebensmittel, Baumaterialien und Brennstoffe im Minutenabstand mit sog. „Rosinenbombern“ auf den Flughafen Tempelhof eingeflogen wurden. Zum Gedenken an diese Luftbrücke wurden 1951 die drei nach Westen ausgerichteten Streben errichtet, die die drei Luftkorridore zwischen West-Berlin und der Bundesrepublik Deutschland symbolisieren.

Das Café Kranzler, ursprünglich ein revolutionäres Engagement des Wiener Zuckerbäckergesellen Johann Georg Kranzler, der gegen den Widerstand der Stadtverwaltung Tische und Stühle auf die Straße „Unter den Linden“ gestellt und feine Torten verkauft hat. Das spätere „Kranzler“ am Ku’damm wurde DAS Kranzler, wo der frisch nominierte Bundespräsident Richard von Weizsäcker vom Kabarettisten Wolfgang Neuss launig zu „Richie“ und „Häuptling Silberlocke“ erklärt wurde und wo Rudi Dutschke über „Strategien des kapitalistischen Systems“ fabuliert hat.